VfB Iggelheim

VfB Iggelheim 1913 e.V.

VfB Iggelheim

Vereinschronik

DIE ERSTEN 50 JAHRE

Als um die Jahrhundertwende das Fußballspiel in den größeren Städten wie Ludwigshafen, Mannheim, Karlsruhe usw. seinen Einzug hielt und hauptsächlich von Schülern und Studenten betrieben wurde, glaubte man nicht daran, daß die „groteske“ Sportart auch einmal unser Dorf „heimsuchen“ würde. Man lachte zunächst über die verrückten Burschen, die in großer Anzahl einem runden Lederball nachjagten und sobald sie ihn in Besitz hatten, mit einem kräftigen Tritt wieder von sich stießen. Aber bald fanden sich am Rande der primitiven Spielplätze Neugierige ein, die teils durch die damals noch stänkernde Presse, teils durch das bunte Jersey der Spieler auf das Kuriosum am Stadtrand aufmerksam gemacht wurden. Je mehr die Zornesader alter, konservativer Bürgersleute anschwoll, um so größer wurde der Ehrgeiz der jungen Garde, das einmal eingeführte Spiel unter allen Umständen fortzuentwickeln. Bald standen sich Mannschaften von verschiedenen Ortsteilen gegenüber und schon wurden weitere Kreise für den Spielausgang interessiert. Es gab Konkurrenz und damit waren die Voraussetzungen für einen wechselseitigen Spielverkehr gegeben und das Fortbestehen der Fußballclubs garantiert.
1. Fußballverein „Viktoria“-Iggelheim um 1908
1. Fußballverein
„Viktoria“-Iggelheim um 1908
Auf dem Lande hat man in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts kaum einen Versuch unternommen, das Fußballspiel einzuführen. Der Boden war noch nicht reif. Als aber in den Städten die Begeisterung für das neue Spiel immer größer wurde, und die Anhängerschaft sich aus allen Berufsschichten zusammensetzte, wurden auch die so genannten „Bauere“, die in der Eisenbahnwerkstätte und in der großen Fabrik arbeiteten, von der Fußballleidenschaft angesteckt. Beherzte junge Männer unseres Dorfes, die von ihrem inneren Spieltrieb übermannt wurden, vereinbarten ein Zusammentreffen und bei dieser Gelegenheit wurde gleich ein zartes Fußballmädchen geboren, dem man den schönen Namen „Viktoria“ gab. Es war dies im Jahre 1908. Mit den Utensilien, die man zum Fußballspielen brauchte, wie Torstangen, Lederball, kurze Hosen, buntfarbige Trikots, zogen die ersten Akteure auf den Zimmerplatz und versetzten ihre Zuschauer in Staunen, weniger wegen der gezeigten Leistungen, mehr durch die auffallende Kleidung. Sie waren tapfer, diese ersten Fußballenthusiasten, aber noch zu jung und mittellos. So konnten sie es nicht verhindern, daß ihre geliebte „Viktoria“ ein frühes Grab fand. Inzwischen wurde in den Nachbarorten Haßloch, Böhl und Mutterstadt unentwegt weitergekickt.
Man konnte nicht allzulange zusehen, dass das für den Fortschritt so aufgeschlossene Iggelheim im Fußballsport hinten hängen soll und entschloss sich, einen neuen Fußballclub zu gründen. Die Initiative ergriff damals Fußballpionier Jakob Kreitner, der einen Kreis junger Männer um sich sammelte und mit ihnen, allen Unkenrufen zum Trotz, im März 1913 den V.f.B. gründete.

1913

Gründungslokal Zur guten Quelle - später Sportheim
Gründungslokal Zur guten Quelle
- später Sportheim
Die Gründungsversammlung, im Lokal „Zur guten Quelle“ (später „Sportheim“) abgehalten, wurde von Jakob Kreitner geleitet und war von den Sportlern Ludwig Meister, August Neurohr, August Naumann, Johannes Korn, Fritz Kraus, Fritz Mauer, Jakob Ballein, Jakob Ohler, Johann Koblischeck, Karl Geimer, Johann Hornbach, Johann Hauck, Ludwig Klamm, Jakob Brendel, Karl König, Jakob Gabel, Johann Geimer, Jakob Hauck, Ludwig Hauck 1, Philipp Braun und Josef Schwarz besucht worden.
Sie sind in den Annalen der Vereinsgeschichte als die Gründungsmitglieder des V.f.B. registriert. Unter der Vereinsleitung von Jakob Kreitner, der gleich in der Gründungsversammlung zum ersten Vorstand gewählt wurde, sind alle Vorkehrungen getroffen worden, um dem jungen Verein seine sportlichen Grundlagen zu sichern.
Mannschaft aus dem Gründungsjahr 1913 des VfB Iggelheim
Mannschaft aus dem Gründungsjahr
1913 des VfB Iggelheim
Es wurde eine Mannschaft aufgestellt, die sich aus den Spielern Ludwig Meister, August Neurohr, Karl König, Johannes Hain, Franz Hain, Jakob Brendel, Fritz Kraus, Jakob Ohler, Johann Koblischeck, Ludwig Hauck, Jakob Hauck und Jakob Geimer zusammensetzte. Sofort begann auf den von der Gemeinde Böhl gepachteten Wiesen links am Kuhweg der Spielbetrieb und Siege wechselten mit Niederlagen. Eine Platzbeschaffung auf Iggelheimer Gut scheiterte, da die Gemeindevertreter am Fußballspiel desinteressiert waren. Bis zum Weltkrieg, der im August 1914 begann, waren die Begegnungen mit Böhl, Haßloch und Schifferstadt die reizvollsten, wobei ein gewisser Lokalpatriotismus das Spielgeschehen stark belebte. Leider mußte anfangs 1915 der Spielbetrieb in Ermangelung von Spielern und Gegnern eingestellt werden. Die Jugend wurde zu den Fahnen gerufen und bald kamen auch schon die ersten Hiobsbotschaften von den Fronten. Am Kriegsende fehlten uns von den Spielern der ehemaligen 1. Mannschaft Jakob Ohler, Jakob Geimer und Hermann Gabel; sie sind auf dem Felde der Ehre gefallen. Kaum war der erste Schock unseres nationalen Unglücks -der Niederlage -überstanden, da fanden sich die Heimgekehrten und die inzwischen herangewachsenen jungen Männer wieder zusammen und huldigten mit großer Begeisterung dem Fußballsport. Wiederum sprangen die alten Ausschußmitglieder in die Bresche und organisierten das Vereinswesen. Jakob Kreitner übernahm wieder den Vorsitz und mit seiner Erfahrung und seinen Beziehungen konnte er gute sportliche Verbindungen herstellen. Der Zulauf zu dem V.f.B. steigerte sich von Monat zu Monat und bald tanden 6 aktive Mannschaften auf dem Plan.

1919

Im Jahre 1919 übergab endlich die Gemeinde Iggelheim dem Verein kostenlos ein großes Gelände im schönen Türkenwald. Auf diesem, weitab vom Dorf gelegenen Heidebuckel, wurde ein mustergültiger Sportplatz hergerichtet. Die Arbeiten, die viel Schweiß forderten, wurden im freiwilligen Arbeitsdienst geleistet. Bei der Platzeinweihung im August 1919 gab es eine besondere sportliche Delikatesse, konnten doch die damals in Bestform spielenden Ludwigshafener Ligavereine „PHÖNIX“ und „Germania 04" zu einem Werbespiel verpflichtet werden. Neben vielen Repräsentativspielern wirkte auch der bekannte 12fache Internationale Seppl Müller mit, der später von „PHÖNIX" zu der Spielvereinigung Fürth überwechselte.

1920

1. Mannschaft von 1921
1. Mannschaft von 1921
Zuschauer beim Spiel im Türkenwald
Zuschauer beim Spiel
im Türkenwald


1920 übernahm der heutige Ehrenvorsitzende August Neurohr die Vereinsleitung und teilte sich bis 1930 abwechselnd mit den nachfolgenden Vorständen Johann Hornbach, Ludwig Bullinger, Luitpold Schlindwein, Emil Wendel und Ludwig Hauck II., in das verantwortungsvolle Amt. Dieim Jahre 1922 im Türkenwald erstellte Halle diente den Mannschaften zunächst als Umkleideraum und sollte später noch für andere Zwecke ausgebaut werden.



2. Mannschaft von 1921
2. Mannschaft von 1921
2. Mannschaft von 1922
2. Mannschaft von 1922
Hinsichtlich der Ausbildung und Betreuung der Mannschaften wurde nichts unterlassen und man verpflichtete den bekannten Spieler Georg Rettelbach, Ludwigshafen a.Rh. als Trainer. Durch seine harte Körperschule sind alle talentierten und später auch erfolgreichen Spieler gegangen.

1924-1926

Kerweumzug 1924, im VfB-Tor Kurt Neurohr
Kerweumzug 1924
im VfB-Tor Kurt Neurohr
Feier am Sportplatz im Türkenwald um 1925
Feier am Sportplatz
im Türkenwald um 1925
Ausflug auf die Maxburg  12.07.1925
Ausflug auf die Maxburg
12.07.1925
Die herausragendste Spielerpersönlichkeit war in den 20er Jahren der Tormann Ludwig Hauck. Von seinem überragenden Können und seiner vorbildlichen sportlichen Haltung spricht heute noch gerne die alte Generation. 1924/25 und 1925/26 kamen die ersten Jugendmeisterschaften nach Iggelheim. Bemerkenswert war die Leistung in den Rundenspielen 1925/26, wo die spielstarke Mannschaft in 16 Spielen 32 Punkte und 58:1 Tore erzielte. Die meisten dieser Jugendspieler standen später in der ersten Mannschaft, so z.B. den Klasse-Mittelläufer Johann Liedy, der Allroundspieler Ludwig Ohler und der allzu früh verstorbene Karl Hauck.

Nicht nur beim VfB Iggelheim wurde damals Fußball gespielt. Andere Sportvereine in Iggelheim hatten eine Fußballabteilung

Freie Sportvereinigung Iggelheim Abt. Fußball 1923
Freie Sportvereinigung Iggelheim Abt. Fußball 1923
DJK Iggelheim um 1925
DJK Iggelheim um 1925

1926-1938

Spieler von 1928
Spieler von 1928
Sportplatz auf den Mühlwiesen um 1930
Sportplatz auf den Mühlwiesen um 1930
Von 1926 bis 1929 wurde auf dem Turnplatz Fußball gespielt. Nach einer kurzen Rückkehr in den Türkenwald pachtete der Verein 1930 von dem Mühlenbesitzer Jakob Walter einige Mühlwiesen und legte sich darauf einen schönen Sportplatz an. Im gleichen Jahre übernahm der heutige Ehrenvorstand Jakob Wagemann die Führung des Vereins. Durch seine langjährige aktive Spielertätigkeit und seine kameradschaftliche Einstellung fand er bald guten Kontakt mit den Mannschaften. In seiner Funktionsperiode, die erst 1948 endete, fand die Rehbachplatzweihe und das 25jährige Jubiläum statt. 1934 wurde bei einer äußerst starken Konkurrenz (ASV Friesenheim, ASV Hochfeld, Revidia Ludwigshafen, Böhl und Schifferstadt) unsere erste Mannschaft Vorderpfalzkreismeister der A-Klasse. In den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga traf unsere Mannschaft mit dem Südpfalzmeister SV Hagenbach zusammen. Das Vorspiel in Hagenbach ging 3:1 verloren, während das Rückspiel 9:0 gewonnen wurde. Das Entscheidungsspiel fand auf dem Roßsprung in Speyer statt und wurde von unserer Mannschaft trotz überlegenem Spiel 2:1 verloren. Der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse wurde auch in den folgenden Jahren angestrebt, aber das Spielglück war den Iggelheimern nicht hold; meistens wurden sie um eine Kopflänge geschlagen und landeten auf dem 2. bzw. 3.Tabellenplatz. Die Verpflichtung des Trainers Karl Linnebacher, früher FC 03 Ludwigshafen a.Rh., hatte sich sehr gelohnt, denn die Mannschaft spielte einen technisch schönen Fußball, der auch von den Gegnern geschätzt wurde.
Festausschuß 1932 auf den Mühlwiesen
Festausschuß 1932 auf den Mühlwiesen
Gasthaus Sportheim 1934
Gasthaus Sportheim 1934
Wirtschaftsstand beim 25 jährigen Vereinsjubiläum 1938
Wirtschaftsstand
beim 25 jährigen Vereinsjubiläum 1938

1939

Auch die vielen guten Alten, die damals schon Sonntag für Sonntag nicht nur im Türkenwald und am Rehbachstrand, sondern auch bei den Auswärtsspielen unseren Mannschaften den Rücken stärkten, sollen hier Erwähnung finden. Mit welcher Leidenschaft diese Männer die Spiele verfolgten, davon gibt der tragische Tod unseres unvergeßlichen Lorenz Hauck beredtes Zeugnis. Am 19. Februar 1939, als das Meisterschaftsspiel Iggelheim gegen Rheingönheim in vollem Gange war und höchste Spannung auslöste, verschied er plötzlich an den Folgen eines Herzschlages.
Im September 1939 begann mit dem Polenfeldzug die furchtbare Auseinandersetzung, die uns später zum zweiten Male an den Rand des Unterganges brachte. Wiederum wurden die Männer in den besten Lebensjahren, vor allem aber die Jugend, zum Heeresdienst eingezogen. Die ersten Lücken in den Mannschaften taten sich auf und konnten nur schlecht wieder geschlossen werden.

1943

Der Spielbetrieb ging noch einige Zeit weiter, war aber schon starken Einschränkungen unterworfen. Ein Glanzpunkt in dieser schicksalhaften Zeit war unsere Jugendmannschaft, die mit einigen Spielern des Nachbarvereins Palatia Böhl eine Einheit bildete, die weit über die Grenzen unserer engeren Heimat bekannt wurde. Im Kriegsjahre 1943 vermochte die außergewöhnlich starke Jugendmannschaft bis in die Endspiele um die Westmarkmeisterschaft vorzustoßen.
Nachdem PHÖNIX Ludwigshafen a.Rh. und der Fußballverein Speyer aus dem Rennen ausgeschieden waren, mußte sie allein noch die Vorderpfalz vertreten und kam mit dem 1 . Fußballklub Kaiserslautern (als Vertreter der Westpfalz), dem 1. FC Saarbrücken und der SG Saargemünd (als die Spitzenreiter des Saarlandes), zusammen. Der 1.FC Kaiserslautern und unsere tapferen Jungens durften nach dem Ausscheiden der übrigen Vereine im Stadion zu Homburg das Endspiel bestreiten. In einem heroischen Kampf schlugen die unbekannten Vorderpfälzer den 1.FC Kaiserslautern mit 3:2 Toren.
Westwallmeister 1943 VfB Iggelheim
Westwallmeister 1943 VfB Iggelheim
In der Iggelheimer Meistermannschaft standen folgende Spieler: Werner Ulmer, Wilhelm Bernatz, Kurt Brendel, Emil Pappon, Werner Brunst, Willi Brunst, Willi Meister, Hans Spenler, Günther Holla, Hans Klamm, Reinhold Müller, Franz Kiefer. In der Folgezeit bis Kriegsende ruhte der Spielverkehr.
Nach dem militärischen und zugleich auch wirtschaftlichen Zusammenbruch im Jahre 1945 mußten wir eine traurige, ja schreckliche Bilanz ziehen. Viele unserer besten Kameraden durften nicht mehr zu ihren Lieben zurückkehren.
Auf den Schlachtfeldern im Osten, Westen und Afrikas haben sie ihr junges Leben ausgehaucht. Die Zahl der Kriegsversehrten war nicht minder groß.
Das Leben mußte aber wieder seine Fortsetzung nehmen, gleich unter welch harten Bedingungen. Die Alliierten legten uns schwere Fesseln an, aber den Spieltrieb der Jugend konnten sie nicht sterilisieren. Bald wurde wieder unter dem schwarzgelben Banner des V.f.B. dem Ball nachgejagt und wenn auch zunächst nur Freundschaftsspiele ausgetragen werden konnten; sie verfehlten trotzdem nicht ihre Anziehungskraft.

1946

Durch den Beauftragten der Militärregierung wurde im Gasthaus „Zur Pfalz“ am 21.7.1946 der V.f.B. Iggelheim mit dem Turnverein Iggelheim zusammengeschlossen. Dem neuen Verein wurde der Name „Verein für Leibesübungen Iggelheim“ gegeben. Zum 1.Vorsitzenden des Großvereins wurde Jakob Wagemann gewählt, der seit 1930 den V.f.B. führte. Das Amt des Spielleiters wurde Hermann Haas übertragen. Seine fürsorgliche Mannschaftsbetreuung in den Hungerjahren darf hier nicht vergessen werden. Durch den Zusammenschluss gingen das Vermögen und die sonstigen Rechte des V.f.B. und des Turnvereins an den neuen V.f.L. über. Der bisherige Spielplatz am Rehbach wurde aufgegeben und von nun an der Turnplatz an der Jahnstraße für alle Spiele und Veranstaltungen benützt. Die Mannschaften konnten durch die aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Kameraden wesentlich verstärkt werden.
Bei den ersten, durch den Fußballverband ausgeschriebenen Meisterschaftsspielen, übernahm Iggelheim gleich die Favoritenrolle und entwickelte sich zu der gefürchtesten Mannschaft in der Gruppe, wo sie auch am Schluß mit stolzen Ergebnissen Meister wurde. In den Aufstiegspielen zur Landesliga wurde der Gegner Roxheim nicht gebührend respektiert. Ein Vorspielsieg von 6:0 wurde in Roxheim durch eine 1:3 Niederlage egalisiert.
Das Entscheidungsspiel wurde in Oggersheim ausgetragen und ging, nachdem die Iggelheimer Mannschaft bis 30 Sekunden vor Spielschluß mit 1:0 in Führung lag, in der Verlängerung mit 1:2 tragisch verloren. Mit dem in der ganzen Vorderpfalz bekannten Spielertrainer Willi Schwarz, der im Frühjahr 1948 den zum zweiten Mal bei uns tätigen Trainer Karl Linnebacher ablöste, erreichte die Mannschaft noch einmal einen hohen Leistungsstandard.

1948

VfB Jugend von 1947
VfB Jugend von 1947
VfB Jugend 1948
VfB Jugend 1948
1. Mannschaft in Rotenfels 1951
1. Mannschaft in Rotenfels 1951

September 1948 übernahm Jean Bohrmann die Leitung des Großvereins. Nach einer Serie schöner Erfolge kam durch Spielerabwanderung zu Oberligavereinen eine vorübergehende Krise. Aber schon im Jahre 1951 ging es wieder nach oben.
In den Pokalkämpfen eilte unsere Mannschaft von Sieg zu Sieg und konnte mit einer schönen Torbilanz Vorderpfalz-Pokalmeister werden. Dadurch war unsere Mannschaft wieder berechtigt, an den Aufstiegsspielen zur Landesliga teilzunehmen. Mit den Gruppenmeistern Palatia Böhl, Alemannia Worms, SV Mörsch, SV Leiselheim, VfR Sondernheim und dem Pokalmeister VfL Iggelheim lagen sechs spielstarke Mannschaften im Rennen.

1952

1b. Mannschaft 1953 auf dem TSV Platz
1b. Mannschaft 1953 auf dem TSV Platz
Mit Beginn der Saison 1952/53 wurde aus organisatorischen und spieltechnischen Gründen eine neue Klasseneinteilung vorgenommen. Die seitherige Landesliga wurde in eine 1. und 2.Amateurliga aufgeteilt, wobei für die Eingruppierung der Tabellenplatz maßgebend war.

1954

1. Mannschaft  1954
1. Mannschaft 1954
Im Mittelfeld der Tabelle liegend zogen wir in die 2.Amateurliga ein und gehörten in den folgenden Jahren zu den spielstärksten Vereinen dieser Klasse. Vorsitzender Bohrmann widmete sich ab 1954 ausschließlich den Fußballern. Seine Nachfolger in der Vereinsführung waren August Wildermuth, August Best (vorher langjähriger Wirtschaftskassier) und Otto Schönig.

1956

1956 wurde die Meisterschaft in der zweiten Amateurliga errungen und anschließend gelang uns mit dem VfR Baumholder der Aufstieg in die erste Amateurliga. Aufstiegskandidaten waren: 1. FC Kaiserslautern-Amateure, FC Dahn, Fontana Finthen, VfR Baumholder und der VfL Iggelheim. Vier Jahre lang, d.h. von 1956 bis 1960 kämpfte unsere Mannschaft mit wechselndem Erfolg in dieser höchsten Amateurklasse. Einige unglücklich verlorene Spiele führten im Jahre 1960 wieder zum Abstieg in die 2.Amateurliga, in der wir noch in diesem Jahr spielten. Da beim Schreiben dieser Zeilen der augenblickliche Tabellenstand recht ungünstig erscheint, ist der Erhalt der Klasse noch nicht sicher. Trotz einem Spielerreservoir, wie wir es noch nie hatten, trotz qualifizierten Trainern und erfahrenen Spielausschußmitgliedern konnte die absinkende Leistungskurve nicht mehr begradigt werden. Es kann wohl ins Feld geführt werden, daß eine anhaltende Pechsträhne den Spielern das Selbstvertrauen nahm; die tiefere Ursache des Versagens ist Gott sei Dank der Vereinsführung bekannt und sie wird schon die richtigen Maßnahme treffen, um Schlimmeres zu vermeiden. Immer schon galt für uns das Leitwort: „Was uns nicht umwirft, macht uns stärker“.

1957

1b. Mannschaft 1958
1b. Mannschaft 1958
In der Zwischenzeit -es war im Jahre 1957 - erfolgte die Wahl des sportbegeisterten Lehrers Eugen Lehmann zum 1.Vorsitzenden. Ende 1959 wurden Trennungsbestrebungen erkennbar. Alle Abteilungen des VfL waren sich darüber einig, daß der im Jahre 1946 gezwungenermaßen durchgeführte Zusammenschluss zwischen dem Turnverein und dem VfB nicht von Dauer sein konnte.

1959

Mehrere Vorbesprechungen in der Adventszeit führten zu dem Ergebnis, auf gütlicher Basis den Großverein wieder in die beiden früheren Vereine umzuwandeln, wobei der Trennungsvertrag vom 12.12.1959 die Rechtsgrundlage für die Vermögensauseinandersetzung bildete. Der VfB wurde mit Wirkung vom 1.1.1960 selbständig und Jean Bohrmann wurde einstimmig zum 1.Vorsitzenden gewählt. Nach dem vorerwähnten Trennungsvertrag fiel der im Pachtverhältnis von der politischen Gemeinde an den Großverein übertragene, aber von den Fußballern erstellte Sportplatz „in der Wehlach“ an den VfB. Am 14./15. Mai 1960 fand bereits die feierliche Einweihung dieses Sportplatzes statt. Ein Festzelt war errichtet, viele prominente Gäste waren beim Festbankett und außer mehreren Freundschaftsspielen mit Vereinen der näheren Umgebung kämpfte beim Hauptspiel unsere 1. Mannschaft gegen die Amateure vom SV Mannheim-Waldhof. Durch den vorbildlichen Arbeitseinsatz vieler Mitglieder war ein herrlich gelegener Rasensportplatz mit Berieselungsanlage geschaffen worden, der heute noch durch einen Trainingsplatz mit 5 Großscheinwerfern vervollständigt wurde.

(von unserem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Jean Bohrmann)



Bau des Clubhaus

Kerweumzug 1960
Kerweumzug 1960
Meisterschaft und Aufstieg 1960
Meisterschaft und Aufstieg 1960
2.Mannschaft 1960
2.Mannschaft 1960
2.Mannschaft 1960
2.Mannschaft 1960
Es gehörte bei der Trennung mit Turnverein Iggelheim schon viel Unternehmungsgeist und Mut dazu, den Bau eines Clubhauses mit Übungshalle zu planen. Man wußte ja noch nicht, wieviel Mitglieder -heute sind es bereits über 550- dem Verein die Treue hielten bzw. noch zu dem VfB stoßen würden. Doch, wie gesagt, der kühne Gedanke trug Früchte: Nachdem am 26. März 1960 der erste Spatenstich erfolgte, konnte durch die tatkräftige Mithilfe bzw. den großen Idealismus vieler Mitglieder am 2./3. Juni 1962 unser Clubhaus eingeweiht werden.

Die Festansprache hielt der 2. Vorsitzende Eugen Lehmann. Sie folgt hier in ihrem vollen Wortlaut:

Hochverehrte Gäste! Liebe Mitglieder!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Jugend!
In festlicher Weise und in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, Mitgliedern und einem großen Teil der hiesigen Bevölkerung begehen wir heute die Einweihung unseres Clubhauses nebst einer Übungshalle. Diese Sportanlage liegt in einer landschaftlich schönen Gegend, umgeben vom Grün der Wiesen und Äcker, in der Nähe des Waldes und weit ab vom Lärm des Verkehrs. Durch einen wirklich vorbildlichen Arbeitseinsatz von Mitgliedern, aus Spenden und Opfern, nach zahlreichen Schwierigkeiten mannigfaltiger Art wuchs dieses Haus, mit dem die Namen vieler Mitglieder innig verknüpft sind. Bekanntlich gehört es zu den schönen, wenn auch mühevollen Freuden unseres Daseins, sich ein Heim zu bauen oder ein solches einzurichten. Für einen Verein ist die Erreichung dieses Zieles besonders schwierig. Lassen Sie mich nun bitte so kurz wie möglich schildern, auf welche Art und Weise der VfB kurz vor seinem 50-jährigen Vereinsjubiläum zu einem Clubhaus und einer eigenen Übungshalle gekommen ist. Wie Sie sicherlich wissen, wurde im Jahr 1913 der Verein gegründet und war bis 1946 selbständig. Durch die damaligen Bestimmungen der Militärregierung kam es im gleichen Jahr zum Zusammenschluss des VfB mit dem Turnverein. Der neue Verein erhielt den Namen „Verein für Leibesübungen Iggelheim“. Es war der Wunsch aller Abteilungen des VfL, als am 1. Januar 1960 eine gütliche Trennung erfolgte und damit der VfB wieder selbständig wurde.


Neu erbautes Clubhaus 1961
Neu erbautes Clubhaus 1961
Damals standen 5 Mannschaften zur Verfügung, bis heute sind noch 2 Jugendmannschaften und eine Altherren-Mannschaft hinzugekommen -also 8 Mannschaften- das sind mit den Ersatzspielern über 100 aktive Sportler. Diese sollen aber unter würdigen Verhältnissen ihren Sportbetreiben können. Es mußten somit Räumlichkeiten geschaffen werden, zumindest Umkleideräume, Wascheinrichtungen und sanitäre Anlagen.
Nun standen aber am Anfang kaum Geldmittel zur Verfügung. Es war ein großes Problem, das Ausmaß des Bauvorhabens festzulegen. Nach mehreren vorausgegangenen Sitzungen, bei denen besonders die Finanzfragen diskutiert wurden und Architekt Günter Weiß maßgeblich und uneigennützig bei den Beratungen beteiligt war, trafen sich am 12. Februar 1960 die Mitglieder, um über den Bau die entsprechenden Beschlüsse zu fassen. Es zeigte sich, daß durch das Projekt große Aufgaben auf uns zukommen würden. Die ganze Angelegenheit erforderte also von Seiten der Vereinsführung -besonders bei der finanziellen Lage des Vereins- einen gewissen Mut. Letzten Endes konnte der 1. Vorsitzende Jean Bohrmann allen Beschlüssen nur deswegen zustimmen, weil Günter Weiß und viele treue Mitglieder ihre Mitarbeit angeboten hatten. Bei dieser Gelegenheit muß auch erwähnt werden, daß damals -also in den ersten Monaten der Trennung- der Mitgliederstand bei etwa 200 lag, heute dagegen bereits dieZahl von 530 Mitgliedern erreicht wurde.
Am 26. März 1960 waren dann die Vorbereitungen d.h. die Planungen, Finanzbesprechungen usw. soweit abgeschlossen, daß an diesem Tag durch unseren Vorsitzenden der erste Spatenstich im Rahmen eines feierlichen Aktes erfolgen konnte. An dieser Feier beteiligten sich die gesamte Schuljugend, die Lehrerschaft, sowie viele Mitglieder und Anhänger unseres Vereins.
Von nun an waren tagtäglich viele Mitglieder an der Baustelle, insbesondere an den Samstagen wobei sogar eine „Feldküche“ aufgestellt wurde. Einige Mitglieder, die bei der nachfolgenden Ehrung genannt werden, hatten ihren Urlaub voll für den freiwilligen Arbeitseinsatz verwendet. Während der Durchführung der einzelnen Arbeiten herrschte eine vorbildliche Disziplin und es gab kaum Meinungsverschiedenheiten. Auch war es erfreulich, daß sich trotz mancher gefahrvoller Arbeit keine Unfälle größeren Ausmaßes einstellten mit Ausnahme eines Unfalls, der aber glücklicherweise ohne ernste Folgen blieb. Aber auch noch viele andere Mitglieder, die nachher bei der Ehrung genannt werden, schonten oft nicht ihre Gesundheit und stellten ihre Kraft und ihr Können dem Verein zur Verfügung. An dieser Stelle möchte ich besonders der Jugend zurufen: Nehmt Euch ein Beispiel an diesen Männern, die das alles -rein altersmäßig schon- nicht für sich getan haben, sondern für Euch, meine Jugend! Das ist echter Vereinsidealismus und zeigt Begeisterung für einen sportlichen Gedanken!
Nicht unerwähnt sollen auch die Fuhrleistungen der hiesigen Bauernschaft bleiben, die oft am Tage 6 bis 8 Fuhren Kies in Speyer holten und immer da waren, wenn der Ruf an sie erging. Verschiedene Handwerksbetriebe, deren Inhaber Mitglieder sind, standen uns ebenfalls zur Seite, indem sie dem Verein durch Bereitstellung von Maschinen, Werkzeugen und Lieferung von Materialien usw. finanzielle Erleichterungen verschafften. Überhaupt haben die Materiallieferanten (auch auswärtige Firmen) dem Verein durch entsprechende Preisnachlässe eine fühlbare Hilfe gebracht, was in der Zeit eines oft gezeigten wirtschaftlichen Egoismus hoch anzuerkennen ist.
Die Beziehungen unseres 1. Vorsitzenden und auch von Architekt Weiß zu verschiedenen Geschäften wirkten sich ebenfalls günstig für den Verein aus.
Als sichtbar wurde, daß die Arbeiten an der Baustelle gute Fortschritte zeitigten, haben viele Mitglieder neben ihrer Arbeitsleistung zusätzlich durch freiwillige Spenden weitere Mittel für den Clubhaus- und Übungshallenbau aufgebracht. Besonders hervorzuheben ist auch, daß die Verwaltung der hiesigen Raiffeisenkasse bei der Zwischenfinanzierung eine wichtige Hilfestellung gewährt hat. Der größte Fleiß, die schönsten Spenden und die bereits erwähnte Unterstützung von verschiedenen Seiten reichten jedoch nicht aus, einen Bau, wie es die heute einzuweihende Sportstätte darstellt, zu finanzieren. Es mußten weitere Geldquellen erschlossen werden. In diesem Fall ist es gut, wenn der Vorsitzende des Vereins allein schon rein beruflich gesehen ein gute Organisator, ein kluger Rechner, ein tüchtiger Verwaltungsmann und ein Mann mit großen Erfahrungen ist. Alle diese Eigenschaften vereinigten sich in der Person unseres 1. Vorsitzenden Jean Bohrmann in hervorragender Weise. Es war ein wirkliches Glück für den Verein, daß gerade während der schwersten Zeit, in dieser Bauzeit, Jean Bohrmann das Steuer souverän und unbeirrt in der Hand hielt. Ich habe die Überzeugung, daß wir ohne ihn heute Abend nicht die Einweihung einer solch schönen Halle feiern könnten. Jean Bohrmann hatte sich schon in früher Jugend mit Leib und Seele dem Sport verschrieben und sich mit einem seltenen Idealismus für die Errichtung dieser Sportanlage eingesetzt. Ich habe oft erlebt, wie er gesundheitlich stark angeschlagen das Banner des VfB -symbolisch gesehen- hochhielt, zäh und unbeugsam seine Männer dem Ziel zuführte, das wir heute erreicht haben.
Ich sprach vorhin von der Suche nach neuen Finanzierungsmitteln. Der 1.Vorsitzende hat in seiner Begrüßungsansprache bereits die Behörden und Verbände erwähnt die Gemeinde, der Landrat, die Fachverbände, besonders der SWFV, der Sportbund Pfalz- die sich angesichts der zweckvollen Zielsetzung des Vereins, für die Jugend sportlich und hygienisch einwandfreie Einrichtungen zu schaffen, sehr aufgeschlossen zeigten. Nicht zu vergessen sind die Bundesmittel, wobei durch den sogenannten „Goldenen Plan“ als Spitzenfinanzierung dem Verein ein angemessener Geldbetrag für die Anlage überwiesen wurde.
Trotz dieser anerkennenswerten Hilfe von verschiedenster Seite, steht in unserer Bilanz noch ein fühlbarer Passivposten zu Buch. Wir haben aber den Glauben an alle bereitwilligen bzw. zuständigen Instanzen, diesen kleinen Landverein, der in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit doch Großes geleistet hat, nicht im Stich zu lassen und zu gegebener Zeit noch einmal die milde Hand zu öffnen ist. Doch sicher einleuchtend, daß sich die Vereinsführung nach der Beseitigung finanzieller Belastungen noch mehr der Förderung des Sports zuwenden kann
Mit dieser Hoffnung auf eine weitere Hilfe und dem von Herzen kommenden Dank an alle Helfer erkläre ich im Auftrage der Vorstandschaft und des gesamten Ausschusses dieses Clubhaus und die Übungshalle für eingeweiht!
Das Clubhaus hat unter seinem Dach 2 moderne, ausgekachelte Umkleide- und Waschräume mit durch Glaswände abgeteilte Duschen und Fußwaschbecken, eine 3-Zimmerwohnung mit Küche und Bad für den Clubwirt, eine gemütliche Gaststätte mit Sitzungszimmer und eine große Übunqshalle. Eine langgestreckte Terrasse nimmt die äußere südliche Seitenfront vor der Gaststätte und der Halle ein; im Keller befindet sich u.a. eine Zentralheizungsanlage, ferner ein großer Kühlraum.
Unser Clubhaus wird von Vereinsvertretern von nah und fern laufend besichtigt und bestaunt. Der Wirtschaftsbetrieb hat unter der bewährten Führung von Frau Lina Hauck und unter dem gut funktionierenden Wirtschaftsausschuss -Vorsitzender Kurt Neurohr- einen Aufschwung genommen, der unsere Erwartungen weit übertroffen hat.
Zusammenfassend kann gesagt werden: In der an Ereignissen reichen Geschichte unseres 50 Jahre alten Vereins war die Schaffung der mustergültigen Sportstätten ein strahlender Höhepunkt!
Inzwischen hat sich der Sportbetrieb noch weiter ausgedehnt. Die schönen Anlagen gaben auch den „Alten Herren“ (A-H) wieder Anreiz zur sportlichen Betätigung.
Viele qualifizierte Spieler aus der glorreichen Zeit des VfB findet man heute in der A-H-Mannschaft, die in Erich Herrmann einen tüchtigen Aktivisten und Organisator hat. Zur freudigen Überraschung der Vereinsführung bildete sich im Jahre 1961 unter Leitung von Frau Emma Koob eine Gymnastik-Abteilung für Frauen und Mädchen Die Übungsstunden werden gut besucht. Ein Teil der Sportlerinnen hat auch bereits bei gesellschaftlichen Veranstaltungen mit sehr gutem Erfolg debütiert.
In der ordentlichen Generalversammlung vom 27. Juli 1962 wurden die verdienstvollen Pioniere des VfB Jakob Wagemann und August Neurohr zu Ehrenvorsitzenden ernannt.
Unsere Jugendarbeit mußte über alle Zeitepochen hinweg beweglich und elastisch bleiben. Das erforderten schon die sich stets erneuernden Sitten und Gebräuche. Während in den früheren Jahren eine Kontaktaufnahme mit dem Elternhaus und der Schule fast unmöglich war, können wir zur Freude aller feststellen, daß uns heute von dorther großes Verständnis entgegengebracht wird. Die besonderen Leistungen der „alten“ Jugendmannschaften wurden schon weiter vorn gebührend gewürdigt. Jetzt gilt es noch, der stolzen Aufwärtsentwicklung in den letzten Jahren, die in der großen Bereitschaft der Jugendlichen und Schüler und in der hervorragenden Führungsarbeit unserer Jugendbetreuer begründet ist, einigen Raum zu geben. Die braven und tapferen Jungen sind heute im Begriff durch ihre großen Erfolge und durch ihr tadelloses Benehmen, kurz gesagt: Durch ihre hohe sportliche Auffassung, unserem Namen wieder neuen Glanz zu verleihen. Mit dem Stolz auf diese Jugend verbindet sich aber auch gleichzeitig ein tiefes Dankgefühl für die Sportkameraden Ernst Schlosser (Leiter der Jugendabteilung), Hilmar Geibert, Ernst Eck, Ernst Koob, Alfred May, Willi Meister, Hans Ohler und Emil Pappon, denn sie haben durch ihre z.T. Langjährige und vorbildliche Betreuung die Voraussetzungen für den heutigen Leistungsstand geschaffen. Besondere Erwähnung verdient der unermüdliche Einsatz unseres Hilmar Geibert, der nicht nur auf dem sportlichen Sektor, sondern auch auf dem Gebiet der Erziehung und Bildung ganze Arbeit geleistet hat.
Zur Stunde gehören unserer Jugendabteilung etwa 100 Jugendliche und Schüler an. In den Verbandsrunden und Freundschaftsbegegnungen waren 5 Mannschaften im Einsatz, die alle eine beachtliche Rolle gespielt haben.
Herausragend ist die Leistung der C-Jugend, die Kreis- und Pokalmeister geworden ist und zur Stunde ungeschlagen an den Endspielen um die Vorderpfalzmeisterschaft teilnimmt. Mit diesem hoffnungsvollen Nachwuchs stehen wir an der Pforte einer neuen zukunftsträchtigen sportlichen Ära. Es ist erfreulich, daß die heutige Jugend, die von vielen gefährlichen Umwelteinflüssen bedroht ist, sich die Kraftquellen des Sports zu Nutzen macht, ihren Tatwillen durch eine harte Körperschulung stärkt und so der öffentlichen Gesundheitspflege einen unschätzbaren Dienst erweist.
Aus der Vergangenheit wollen wir aber alles Gute und Schöne mit hinüber nehmen in die zweite Jahrhunderthälfte, vor allem die Einsatzfreude, den Opfersinn, den Kameradschaftsgeist und die Treue unserer guten Alten.

(von unserem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Jean Bohrmann)



1963 - 1967

Trotz des Abstiegs in die A-Klasse gestaltete sich das 50-jährige Vereinsjubiläum, das am 29. Juni 1963 gefeiert wurde, zu einem denkwürdigen Fußballfest. Im Jahre 1965/66 wurde das Clubhaus erweitert.
1b .Mannschaft 1963
1b .Mannschaft 1963
VfB Jugend 1963
VfB Jugend 1963
C-Jugend Saison 1963/1964
C-Jugend Saison 1963/1964
50 jähriges VfB Jubiläum 1963
50 jähriges VfB Jubiläum 1963
VfB Mannschaften 1963
VfB Mannschaften 1963
VfB Iggelheim beim 4.1 Sieg beim KSC 1963
VfB Iggelheim beim 4.1 Sieg beim KSC 1963
beim KSC 1963
beim KSC 1963
VfB Jugend 1964
VfB Jugend 1964
Iggelheimer Urgesteine 1964
Iggelheimer Urgesteine 1964
1.Mannschaft 1964
1.Mannschaft 1964
1.Mannschaft 1964
1.Mannschaft 1964
1.Mannschaft 1965
1.Mannschaft 1965
VfB Jugend von 1965
VfB Jugend von 1965
B-Jugend Saison 1965
B-Jugend Saison 1965
AH Mannschaft 1965
AH Mannschaft 1965




1967 - 1973

1967 begannen die ersten Arbeiten am zweiten Spielfeld. Der neue Rasenplatz konnte am 1.August 1970 mit einem Freundschaftsspiel gegen den FSV Schifferstadt (0:0), wobei Alban Wüst (Lizenzspieler in Diensten des FC Schalke 04) den Anstoß ausführte- eingeweiht werden. Im Dezember des gleichen Jahres konnte der VfB Iggelheim - Dank der großzügigen Hilfe durch die Gemeinde Böhl-lggelheim- eine moderne Acht-Masten-Flutlichtanlage in Betrieb nehmen. Auch hierbei leisteten treue Mitglieder wieder ungezählte freiwillige Arbeitsstunden. Nach dem Abstieg 1963 in die A-Klasse gelang 1967 wieder der Aufstieg in die II. Amateurliga. Als einen großen Erfolg darf die Erringung des Bezirkspokals im Spieljahr 1967/68 gewertet werden. Die Mannschaft des VfB Iggelheim gewann in Rülzheim das Pokalfinale gegen Neupotz 3:0. Nachdem 1963 Jean Bohrmann nicht mehr als erster Vorsitzender kandidierte, waren folgende Mitglieder mit der Führung der Geschäfte beauftragt: Willi Meister (1 Jahr), Hilmar Geibert (3 Jahre) und Ernst Schlosser (3 Jahre); ab 1970 Franz Sportiello. Große Unterstützung fanden die Vereinsvorsitzenden jeweils durch Richard Merkel, der bis zum Jubiläumsjahr insgesamt neun Jahre als zweiter Vorsitzender fungierte. Spielleiter in dieser Zeit waren Erich Herrmann, Emil Pappon und Alois Sommer. Als Trainer standen Karl Favretto, Arnold Nibler (5 Jahre), Theo Renck und Willi Meister zur Verfügung.
1.Mannschaft 1967 in der II Amateurliga
1.Mannschaft 1967 in der II Amateurliga
C-Jugend 1968
C-Jugend 1968
1.Mannschaft 1967, Pokalmeister Vorderpfalz
1.Mannschaft 1967, Pokalmeister Vorderpfalz
nach dem Endspiel in Rülzheim
Offizielle bei der VfB Platzeinweihung 1970
Offizielle bei der VfB Platzeinweihung 1970


von unserem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Franz Sportiello



1973 - 1988

Festausschuß 1973
Festausschuß 1973
Als er im Jahr 1969 zum 1.Vorsitzenden gewählt wurde, hat er wahrscheinlich selbst nicht damit gerechnet, daß er die Geschicke des VfB über ein Jahrzehnt lang bestimmen würde. Die Rede ist von unserem jetzigen Ehrenvorsitzenden Franz Sportiello, der mit Ausnahme der Jahre 1974/75 (Jean Bohrmann, Meinrad Karg), das Vereinsruder fest in Händen hatte. Mit Optimismus, Beharrlichkeit und dank seines Vereinsidealismus konnten die vielfältigsten Projekte verwirklicht werden. Einige von ihnen verdienen es, besonders hervorgehoben zu werden.
Im Jahre 1974 wurde die, den zeitlichen Gegebenheiten angepaßte, neue Vereinssatzung durch die Generalversammlung verabschiedet. Von einigen Ergänzungen abgesehen, hat sie noch heute ihre Gültigkeit.
Die steigenden Mitgliederzahlen und der allgemeine Lebensstandard machten es unumgänglich, das Clubhaus den modernen Verhältnissen anzupassen. In den Jahren 1974-76 wurde das Vereinsheim grundlegend umgestaltet, modernisiert, sowie der Schankraum erweitert und mit modernem Mobiliar versehen.
1978 wurde der Entschluß gefaßt, dem Rasenplatz einen Hartplatz mit Drainage und automatischer Berieselungsanlage hinzuzufügen. Sofort begann der „Bautrupp“ sich in Szene zu setzen. So war es nicht verwunderlich, daß aufgrund des nimmermüden Einsatzes der Vereinsidealisten, die zudem mit Begeisterung zu Werke gingen, dieser Platz bereits im Frühjahr 1979 seiner Bestimmung übergeben werden konnte.
A-Jugend Saison 1973
A-Jugend Saison 1973
Franz Sportiello, der seit 1934 „seinem VfB“ treu geblieben ist und in den verschiedensten Funktionen tätig war, erhielt 1985 für seine Verdienste die „Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz“.
Einen nicht unwesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben des VfB leisteten die, im Jahre 1960 erstmals in das Rampenlicht tretenden Fasnachter des Vereins. Sie wurden unter dem Namen „Grumbeerkäwwer“ über die Ortsgrenzen hinaus bekannt und waren überall gern gesehene Gäste. Die von ihnen bis 1981 organisierten Kappenabende begeisterten durch Urwüchsigkeit, Witz und Esprit Jung und Alt. Die VfB-Familie erlebte in den, von den Oberfasnachtern Erich Herrmann, Eugen Lehmann und Rudi Krause vorzüglich organisierten Veranstaltungen unvergeßliche Stunden. Der von ihnen ins Leben gerufene Kappenabend ist noch heute die gesellige Veranstaltung beim VfB.
Im Juni 1980 übernahm Hilmar Geibert nach einstimmigem Veto der Mitglieder das Amt des 1. Vorsitzenden, nachdem er bereits zuvor in den Jahren von 1964 bis 1967 als der jüngste amtierende Vorsitzende in der Geschichte des Vereins in diese Funktion gewählt worden war.
1965 begründete Hilmar Geibert zusammen mit seinem damaligen Mitarbeiter in der Jugendabteilung, Rudi Köstlmaier, das Internationale B-Jugend-Pfingstturnier, das im Jubiläumsjahr zum 24. Mal in ununterbrochener Folge durchgeführt wurde und in der Vergangenheit namhafte Clubs aus ganz Europa nach Böhl-lggelheim führte. Unterstützt von einem Kreis engagierter und begeisterungsfähiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden die anstehenden Aufgaben konsequent, zielstrebig und „mit hochgekrempelten Ärmeln“ angegangen, wobei besonders der sportliche und gesellige Teil des Vereinslebens, sowie die Kontaktpflege zu den Ortsvereinen und zu Vereinen weit über die Region hinaus vorrangige Ziele waren.
2.Mannschaft 1973
2.Mannschaft 1973
Dank der Unterstützung der Bundeswehr und der französischen Garnison Speyer, mit der die noch heute bestehenden engen freundschaftlichen Kontakte in diesen Jahren grundgelegt wurden, konnte das Sportgelände neu gestaltet werden. Der Clubhausvorplatz wurde in vielen Stunden tatkräftiger Hilfe durch die Mitglieder befestigt und wetterfest gemacht. Auch die Clubhausinnenräume erfuhren eine gründliche Renovierung und Modernisierung. Sämtliche Arbeiten konnten ohne Neuverschuldung und mit gleichzeitiger Steigerung des Vereinsvermögens durchgeführt werden. Bedanken dürfen wir uns auch bei der Gemeindeverwaltung Böhl-lggelheim, die nach langwierigen Verhandlungen neue Sportförderrichtlinien geschaffen hat und den VfB, mit für uns nicht unerheblichen Mitteln, unterstützt.
Einen belebenden Impuls erhielt der gesellige Teil des Vereinslebens durch eine Reihe neuer Veranstaltungen, wie die glanzvollen Neujahrsempfänge, die schwungvollen Lätarebälle, die heiter-besinnlichen Seniorennachmittage u.a.m.
Hilmar Geibert war es auch, der bereits im Jahre 1976 erstmals das alljährlich mit großem Erfolg und allseits beliebte Jedermann-Fußballturnier zusammen mit der AH-Abteilung organisierte und durchführte. Die Entwicklung des Vereins zeigte einen kontinuierlichen Aufwärtstrend, der sich in rasch steigenden Mitgliederzahlen niederschlug. In der Jahreshauptversammlung des Vereins im Jahre 1984 führte Geibert wörtlich aus: „Der VfB spielt im Konzert der örtlichen Vereine aufgrund seiner kulturellen, sportlichen und geselligen Aktivitäten eine bedeutsame Rolle.“
Bedingt durch neue berufliche Verpflichtungen mußte Hilmar Geibert im Sommer 1986 nach sechsjähriger erfolgreicher Arbeit auf eine weitere Kandidatur verzichten. Für seine Verdienste wurden Hilmar Geibert die Vereinsehrennadel in Silber und Gold sowie die höchste Auszeichnung, die der Verein zu vergeben hat, die Große Verdienstehrennadel, verliehen.
Sein Nachfolger Werner Julier konnte im gleichen Jahr einen auf allen Gebieten intakten und aktiven Verein übernehmen.
Nach dem gesundheitlich bedingten Rücktritt von Werner Julier im April 1987, wurde Meinrad Karg in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. In seiner bisherigen, kurzen Amtszeit, wurde mit der Neugestaltung der Außenanlage, der Generalüberholung der Berieselung des Hartplatzes und der Gestaltung der 75-Jahr-Feierlichkeiten begonnen.
Ehrungen für Spiele in der I. Mannschaft
Ehrungen für Spiele in der I. Mannschaft: Michael Wassner (Spielleiter)
Erich Merkel (500 Spiele), Reiner Pappon (400 Spiele),
Günter Groll (250 Spiele),Uwe Schwabe(250 Spiele), Hilmar Geibert (1.Vorsitzende)
Auf sportlichem Sektor unternehmen die Aktiven des Vereins, seit dem Abstieg in die A-Klasse im Jahr 1973, alljährlich neu den Anlauf, um den Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Obwohl wir in den vergangenen 15 Jahren immer im Konzert der besten Mannschaften mitspielen konnten, gelang der „große Wurf „bisher leider nicht. Im Schlußspurt um den Meistertitel hatten die anderen die Nase vorn, was teilweise nicht verwundert, wenn in einer Saison, verletzungsbedingt, ca. 25 Spieler in der 1.Mannschaft eingesetzt werden mußten. Für unseren VfB ist es ein doppelt schwerer Weg den Aufstieg zu erreichen, da die Vereinsführung auf „Eigengewächse“ baut, mit denen sich der Zuschauer auf dem Fußballplatz identifizieren kann. Finanzielle Abenteuer sollen in diesem Bereich vermieden werden.
Jugendleiter und Jugendtrainer 1988
Jugendleiter und Jugendtrainer 1988
Unter diesen Umständen ist den Aktiven der beiden Mannschaften Lob zu zollen für ihren Einsatz und Kampfgeist für den VfB. Nicht vergessen dürfen wir auch die treuen Fans, die unseren Mannschaften jeden Sonntag mit Begeisterung den Rücken stärken.
Die besten Leistungen wurden in der Saison 1985/86 gezeigt als man zweimal nur knapp gegen TuS Mechtersheim unterlag. Man scheiterte denkbar unglücklich in der Meisterschaft und im Bezirkspokal-Finale erst nach Verlängerung.
Die Saison 1988/89 wird wohl eine der schwersten für die VfB-Akteure werden. Altersbedingt wechselten Spieler ins eigene AH-Lager, andere wertvolle Spieler schlossen sich benachbarten Vereinen an. Es wird sich zeigen müssen, ob der vorhandene Mannschaftsgeist unser junges Team die Feuertaufe bestehen läßt.

(von Burkhard Höpner und Hilmar Geibert)